Nationale Stereotypen


(Was ist typisch Deutsch, typisch Englisch usw., hier werden landestypische Eigenarten besprochen)

Vorab möchte ich noch einige Bemerkungen zu dieser Aufstellung machen:
- Diese Liste ist klein und unvollständig, mit Allem was mir zu diesem Thema spontan eingefallen ist.
- Aus zwei Gründen habe ich sie erstellt: Zum einen habe ich eine solche Liste im Internet vermisst und zum anderen bin ich oft im Ausland unterwegs und finde solche Informationen für die Vorbereitung der Reise sinnvoll (wer selbst viel unterwegs ist, möge genauso denken).
- Die meisten Quellen sind Zitatausschnitte aus Büchern, manches habe ich auch aus dem Internet oder aus einem Witz usw. entnommen.
- Vieles davon sind sicherlich Vorurteile aber ich denke, dass ein wahrer Kern dabei ist.
- Stereotypen sind Bilder in unseren Köpfen. Sie ersetzen das Unwissen bzw. den Mangel an Erfahrungen.
- Ich erlaube mir, pauschal vom 'Deutschen', 'Polen', 'Türken' usw. zu sprechen. Gemeint sind sowohl Männlein als auch Weiblein.
- Die Klassifizierung, die hier gemacht wird, ist nicht 'bierernst' zu sehen, außerdem soll alles ohne Wertung sein, falls dies überhaupt möglich ist.
- Die Sichtweise ist vorzugsweise so, wie man die Charaktereigenschaften und Eigenarten eines typischen Vertreters einer Nation als Ausländer beobachtet kann.
- Last not least möchte hiermit auch Diskussionen anregen und wenn ihr Anregungen, Widerspruch, Kommentare habt, dann bitte melden.

Was ist also typisch Deutsch:
- Pünktlichkeit
- Fleiß
- Zuverlässigkeit
- nicht nachgeben können (keiner will Zweiter sein, sieht man daran, wie die Deutschen auf der Autobahn fahren)
- organisieren gerne (zu Beobachten im Ausland: Deutsche schauen sich gern irgendwelche Vorgänge an und geben dann Ratschläge, wie man den Ablauf verbessern kann)
- politisiert gerne
- tüchtig
- humorlos
- unfreundlich (habe ich in einem ausländischen Deutsch-Lehrbuch gelesen: man fragt in Deutschland nach dem Weg ohne Entschuldigung oder Guten Tag zu sagen, es heiße nur: 'Wo geht es zum Hauptmarkt?!')
- benutzt beim Fluchen hauptsächlich Tiervokabeln
- sangesfreudig
- arbeitsam
- präzise
- effizient
- Deutsche kommunizieren im Beruf direkt. Sie wollen durch das Stellen von Fachfragen keine Arroganz zeigen, sondern Vertrauen aufbauen.
- Deutschland ist ein Land, in dem die Leute ungeheuer konsequent sind und notfalls unter Opfern tun, was getan werden muss. Nach Sinn und Zweck mancher Übungen zu fragen, wird als störend empfunden. Hauptsache ist, es gibt eine Vorschrift, die zu befolgen ist.
- Deutsche stellen zu einem Problem, einem Thema erst einmal eine Ideologie auf und leiten daraus Maßnahmen ab (der Engländer hingegen ist pragmatisch und sagt 'wait and see')
- sind Weltmeister im Händeschütteln
- Deutsche sind im Ausland daran zu erkennen, dass sie beim Öffnen einer Tür, wenn mehrere Personen dabei sind, ein Kuddelmuddel machen; dasswird dem Partner die Tür aufgehalten, der wiederum sagt: 'Nein, bitte nach ihnen' usw. (ein Engländer z.B. macht die Tür auf und geht durch)
- arbeiten gerne eine Sache nach der anderen ab (nicht polychron, wie z.B. Spanier oder Italiener)
- Fakten und Zahlen schwarz auf weiß werden respektiert
- bevorzugen schriftlichen Informationsfluß, nicht mündlichen
- deutsche Männer fürchten nur Gott und ihre Frauen ;-)
- Deutsche haben einen Hang zur Selbstzerfleischung (haben destruktive Tendenzen) (Denke an den Umgang mit den eigenen Stars und Prominenten)
- "... er profitierte in dieser schwierigen Lebensphase von seiner deutschen Dressur."
- Die Deutschen haben es wieder übertrieben mit dem Nationalismus: Im 19. Jhdt. haben die Nationen in Europa versucht, ihr Nationalbewusstsein zu finden. Sie versuchten herauszufinden, was ist typisch tschechisch, typisch polnisch, typisch russisch usw. Das hat sich in der Musik, in der Literatur und auch sonst in der Kunst wiedergespiegelt. Und die Deutschen haben es wieder übertrieben, mit Wagner und dem Dritten Reich.

Typisch Türkisch:
- gastfreundlich
- herzhafter Umgang im Miteinander
- kriegerisch
- nationalbewusst
- Türken lachen gerne, sind freundliche Menschen

Typisch Französisch:
- Oberflächlichkeit
- Unpünktlichkeit
- können vorzüglich den ganzen Nachmittag lang essen
- die drahtige Vitalität des Romanen
- hält gerne Lobreden und ist gerne satirisch, macht sich aber eigentlich aus beidem nichts
- Franzosen sind gerne und machen gerne andere zum öffentlichen Gespräch oder vielmehr zum Gegenstand eines Witzes
- sind eitel auf ihre Könige
- die Leichtigkeit des Franzosen
- ist gerne frei, ungezwungen und ohne Zwänge
- ein junger Franzose ist benommen, duselig, hirnlos, schusselig; ein alter ist angenehm (Zitat Kant?)
- französischer Leichtsinn: erst verurteilen, danach die Untersuchung starten und den guillotinierten für unschuldig erklären
- legt beim Arbeiten Wert auf Gestaltung
- um beruflich weiterzukommen, ist persönliche Beziehung nützlich
- Hierarchien zählen in Frankreich mehr als in Deutschland. Wichtige Entscheidungen werden ein paar Stufen höher getroffen als bei uns
- Weitere Unterschiede zum Deutschen: 'Filiale' heisst in Frankreich: eigenständige Tochterfirma . 'Concept' ist im Deutschen eine klare Idee, im Französischen jedoch meint es: Ideensammlung. Sollte man wissen, um Missverständnissen vorzubeugen
- mit einem charmantem Lächeln ist fast alles erlaubt (z.B. bei Tisch)
- können sehr schön Feste feiern, das ist nett anzusehen und wirkt sehr kultiviert und fantasievoll
- Franzosen sind alle Moralisten. Sie tun nur so, als wären sie keine.
- Was sagt ein Franzose, wenn man ihn fragt, warum sein Volk nicht reist? - Monsier, wozu sollte ich reisen? Ich bin doch schon in Paris.
- Sie betrachten einen mit einem ganz besonderem Mißtrauen, das Franzosen allen Ausländern entgegenbringen, vor allem Amerikanern.

Typisch Amerikanisch:
- oberflächlich (Versprechen werden leichtfertig gegeben und sind eigentlich nicht gemeint)
- machen sehr gut Show (sogar Politik ist Showbiz, siehe Arnold Schwarzenegger als Gouverneur)
- prüde, viktorianisch
- oft ungebildet
- haben schlechte Essgewohnheiten
- sind begeistert von Landsleuten, die eine Fremdsprache fließend
sprechen können
- oft zweigeteilt bis schizophren: einerseits das freieste Land der Welt, auf der anderen Seite unverständliche Regularien (z.B. Alkoholflaschen in der Öffentlichkeit in Papier einwickeln u.ä.). Interessant hierbei ist, dass solche Regeln nicht durch die Verfassung oder sonstwie 'von Oben herab' kommen, sondern von den Menschen selber. Scheinbar können viele Leute nicht mit grenzenloser Freiheit umgehen.
- freiheitsliebend
- protestantisch
- lassen sich nichts vorschreiben

- Verehren ihre Helden und suchen ständig nach neuen Helden.
- pflegen ihren Patriotismus und Nationalstolz.
- Amerikaner können sehr gut komplexe Zusammenhänge einfach und verständlich darstellen, z.B. in Wissenschaft oder Musik. Die Zeitschrift 'Scientific American' ist dahingehend empfehlenswert.
- Amerikaner mögen es nicht gerne, wenn man ihnen zu nahe tritt. Sie bevorzugen die sog. 'comfort zone'; was im Gespräch einer Armeslänge entspricht.
- haben eine geringe Akzeptanz von allgemeinen Regeln
- ihr Verständnis von Fairness ist, dass jede Angelegenheit individuell behandelt wird; jeder bekommt eine Chance
- mögen Gimmicks und Slogans
- sind Individualisten (jeder kümmert sich um sich selbst und seine unmittelbare Umgebung/Familie), daraus resultiert, dass sie sich nicht so gerne organisieren, es keine 'Vereinsmeierei' gibt
- Feiern bei den Amerikanern haben festen Zeitrahmen (z.B. Weihnachtsfeier). Man trifft sich, spricht ein bisschen miteinander und nach zwei Stunden fährt jeder heim
- Amerikaner interessieren sich nicht wirklich dafür, wie es einem geht - auch wenn sie bei der Begrüßung danach fragen.
- Für Amerikaner ist alles gerne so einfach. Sie leisten sich ein naives Weltbild.
- Haben eine tief verwurzelte Abneigung gegen jede Art persönlicher Diskriminierung, die sicherlich auf die Entstehung der USA zurückreicht. Lt. Verfassung darf keiner wegen seiner Religion, Rasse, Herkunft, Geschlechtszugehörigkeit, dem Erscheinungsbild, dem Familienstand oder seinem Alter benachteiligt werden!
- haben herrlich wenig Selbsterkenntnis; begreifen oft nicht, wie kaltblütig und bösartig sie sein können
- der 'American Way Of Life' beinhaltet auch eine gewisse Bequemlichkeit
- haben Organisations- und Aufbautalent
- Amerikaner denken, sie seien ganz anders als die Briten, aber sie haben dieselbe Angst vor der Leidenschaft.
- "Sie sind Amerikanerin? Man merkt es, wenn Sie lächeln. Man lächelt in Europa anders."
- Amerikaner schätzen ein permanentes Zahnpastalächeln (mit unechten Zähnenreihen) durchaus positiv ein, während Europäer das als künstlich, angespannt und unangenehm empfinden. Die Europäer lächeln eher sparsam und gezielt.
- Amerikaner halten ihre brennende Zigarette anders in der Hand als Europäer, nämlich so, als wollten sie sie verbergen. Europäer halten die Zigarette mit der Spitze nach oben, das wirkt in Amiland billig / verrucht.
- In Amerika fehlt oft das tiefe Gespräch. Der Amerikaner trifft einen um herauszufinden: "Was nutzt mir der andere?"
- Was immer die Amis tun oder machen, es wird mit geradezu herablassender Selbstverständlichkeit besser, schöner größer.
- bezüglich der vielzitierten Freundlichkeit: Amerikaner öffnen weit die Arme, vergessen aber sie zu schließen.
- Amerika ist wie eine Frau: Sie nervt oft, sie ist verschwenderisch und laut und auch zu grell geschminkt. Aber ganz ohne kann man auch nicht.
- Amerikaner können vor Scham sterben.
- Amerikaner haben eine besondere Angst davor, die Kontrolle aufzugeben oder den Dingen ihren Lauf zu lassen.
- Man kann unterscheiden in die Südstaaten (Konföderierten), die sind offener, ehrlicher, freundlich, christlich und gute Nachbarn und die Nordstaaten (Yankees), die sind hektisch, verklemmt und distanziert. Der Schriftsteller Wilbur J. Cash sagte: "Der Süden hat eine Tendenz, unrealistisch zu sein, romantisch und hedonistisch." Dieser Unterschied ist nach dem Sezessionskrieg etwas verloren gegangen.
- Die Amerikaner beherrschen die Kunst, Schreckliches mit unbekümmerten Optimismus zu verkünden.
- In Amerika ist immer MEHR da, als man braucht, nie weniger.
- Die Amerikaner haben nie Zeit. Sie stecken einen mit Hektik an, sie jagen nach Geschäften und lassen sich auf einen Wettlauf ein, um die Konkurrenz zu überholen.
- Oft erkennt man eine Unfähigkeit, sich dem reinen Vergnügen hinzugeben. Sie streben eher nach Unterhaltung als nach Vergnügen, d.h. dem stillen Genießen.
- Auf das Nichtstun (ital. dolce far niente) verstehen sich die Amerikaner überhaupt nicht, sie lassen sich dann lieber vor dem Fernseher berieseln.
- Der stark puritanische Einfluss sorgt für ein tief verwurzeltes Schuldgefühl: Stehen mir Vergnügungen denn zu? Habe ich mein Glück überhaupt verdient?

Die Amerikaner sind eine sehr innovative und erfindungsreiche Nation. Hier eine kleine Liste amerikanischer Erfindungen:
- Internet

- Hollywood

- Bodybuilding

- Jazz

- Rock 'n' Roll

- Graffiti

- Rap Music / Hip Hop

- iPad und Windows

- Excel

- Foxtrott

- Fersehserien (Dallas, Denver)

- Superhelden-Comics

Typisch Englisch:
- lieben Individualität
- Angst vor zuviel Temperament
- Understatement
- weltoffen (auch durch das Commonwealth)
- humorvoll (macht gerne Witze, die nicht-Engländer nicht verstehen)
- exzentrisch
- kann nichts wegschmeissen (macht ans Jacket noch Armflicken am Ellenbogen dran)
- Gentleman-like
- höflich
- mögen fair-play
- selbstdiszipliniert
- freiheitsliebend
- Ratio
- haben Sinn für Kompromisse
- Sinn fürs Praktische
- lieben die Natur
- wettsüchtig (der Deutsche lässt sich gegen alles versichern, der Brite wettet auf alles)
- spleenig
- scheinheilig
- pragmatisch: 'We'll wait and see.'
(Ist mir bei meiner letzten Londonreise im Herbst 2013 wieder aufgefallen: Der Autoverkehr im Stadtzentrum ist gigantisch und trotzdem hupt kaum jemand, alle reihen sich - wie an den Rolltreppen - beherrscht und geduldig ein.)
- legen bei Bekleidung viel Wert auf Tuch und Schnitt
- gehen gerne auf Abstand (mag es nicht, wenn man ihm zu nahe rückt)
- gehen (auch in Notfällen) gern nach Plan / Vorschrift vor (according the textbook), nur nicht die Haltung verlieren
- manche sagen, die Briten könnten die größten Lügner der Welt sein, sie wären verschlagen, gerissen und abgebrüht; gewiefte Verschwörer, zu sehr undurchsichtigen und geschickten Handlungsweisen fähig
- Was einem in England zu schaffen machen kann: Der Snobismus, die Presse und der britische Stolz.
- Stefan Zweig schreibt in seiner Biographie über Joseph Fouché über die Feindschaft Frankreichs zu England: (S. 184) "... an allen Enden der Welt ist Napoleons Wille gegen die nervenkalte, überlegte, methodische Kraft der Angelsachsen gestoßen, und während er alles Land Europas eroberte, haben sie ihm die andere Hälfte der Welt, das Meer, entrungen."
- Im Zweiten Weltkrieg hat man gesagt: "Nimm dich in Acht vor den Briten, sie sind kalt, zynisch und egoistisch."

Typisch Polnisch:
- Polen wurde Hunderte von Jahren unterdrückt aber nie richtig bezwungen, daraus resultiert eine wichtige Charaktereigenschaft: ein Pole beugt sich dem Druck, in seinem Innersten ist er aber oft rebellisch (Polnische Nationalhymne: Noch ist Polen nicht verloren)
- melancholisch, die berühmte Polnische Melancholie
- Problem in der Beziehung zwischen Individuum und Staat (Beispiel dazu: Eine Plombenzange besorgen, um den Stromzähler / Wasserzähler zu bescheissen ist o.k., dass man aber der Gemeinschaft schadet, weil das jeder macht und weil die Stadt kein Geld hat, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, und dass man sich letzten Endes selber schadet - das sieht man nicht ein)
- katholisch (sehr fleissige Kirchgänger)
Jetzt folgen Zitatstellen aus dem Buch: Polen - Helden, Träumer, Opfer von Heinrich Jaenecke:
- permanente Rebellion
- überaus starkes Bewußtsein von allgemeiner und individueller Freiheit, von Unabhängigkeit und Sourveränität
- anarchistisch
- die Polen haben ein mystisches Selbstbewußtsein, das seine Kraft aus dem Leiden zieht
- katholisch, lebensfroh, anarchis - der einzelne ist alles, der Staat ist nicht
(im Gegensatz dazu: typisch Preußisch: protestantisch, spartanisch, diszipliniert - der Staat ist alles, der Einzelne nichts)
- Ernst Moritz Arndt: Polens Dämonen: Leichtsinn, Knechtschaft, Unordnung (er sagt dann später: wir leben auf dieser harten Erde, wo es heißt Hammer oder Amboß zu sein)
.- Operettenweisheit: die Schönste ist immer die Polin

- Polen rücken einem im Gespräch oft zu nahe auf den Pelz
- bringt ein 'nein' nicht direkt zum Ausdruck, sondern eher mit stilistischen Mitteln wie Metaphern oder Ironie
- gibt gerne Küsschen (Handkuss bei Damen oder vier Luftküsschen bei der Umarmung)
- ein Spruch sagt: 'Wenn ein Pole hungrig ist, dann ist er schlecht gelaunt und wenn er satt ist, ist er müde'

Typisch Ostdeutsch:
- öffneten sich leichter
- waren oft ehrlicher als Wessis
- passendes Zitat: 'Das allgegenwärtige Spitzelsystem bewirkte, dass zuletzt jeder jedem missstraute. Es lähmte den persönlichen Schwung und jede Neigung, jemals die geringste Verantwortung an den Tag zu legen. Die führenden SED-Genossen waren so kläglichen Verstandes, so bar aller psychologischen Binsenweisheiten, dass die Menschen, selbst ohne wirtschaftliche Misere, zugrunde gerichtet worden sind. Jede vormundschaftliche Staatsform ist zum Scheitern verurteilt' (Quelle habe ich vergessen, finde ich aber trotzdem treffend)
- Bei Westdeutschen ist immer ein gewisses Grundmistrauen vorhanden (beim Ostdeutschen war das nicht so). Das ist auch ein Grund, warum es im Westen so schwer ist, Anschluss zu finden.
- In der DDR gab es keine Rebellen, keine Widerständler, oder nur sehr wenige. Wenn man immer hörig war, ist man nie aus dem 'Vater-Sohn-Verhältnis' herausgekommen, man hatte nicht die Möglichkeit zu rebellieren, was für die Entwicklung wichtig ist.
- (sonstiges: jeder Ostdeutsche hat seine individuelle Geschichte zum Mauerfall
)
- Ossis hatten zu Ostblockzeiten nie richtig gelernt, Gespräche zu führen, d.h. den Anderen beim Sprechen anzuschauen, den Anderen ausreden lassen, beim Namen nennen, in die Augen zu sehen usw.
- Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass nicht zwei Systeme vereinigt wurden, sondern dass eines davon praktisch vor der Staatspleite gestanden hatte und vom anderen, ungleich potenteren geschluckt, finanziert und dominert wird.
- Verwechselten gerne Gerechtigkeit mit Gleichheit (konnten schlecht damit umgehen, dass einer von anderem Stand ist und der andere nicht)
- Wenn man als Neuling in die Besatzungszone und spätere DDR kam hatte man nichts, aber die Etablierten am Ort hatten auch kaum mehr. Das schweißte zusammen.
- Verbrüdern sich gerne, vor allem wenn man als einziger Westdeutscher mit am Tisch sitzt.
- In der DDR haben soziale Grenzen fast keine Rolle gespielt, deswegen fehlt den Leuten die Erfahrung und der Umgang mit sozial anders gestellten. Ein Bonzenviertel z.B. gab es nicht in den DDR-Städten.
- In der DDR wurden die Arbeitsstellen oft falsch besetzt. Nicht derjenige, der am besten für einen Posten geeignet war, hat ihn bekommen, sondern derjenige, der der Partei am besten passte oder der die richtigen Beziehungen hatte. Außerdem gab es keine Arbeitslosen in der DDR, es bekam wirklich jeder etwas. Die Auswirkungen davon sind heute noch zu bemerken (die Leute sitzen immer noch dort).
- Hatten mit Vorliebe eine Tendenz zur Gleichmacherei.
- Arroganz wird auch heute (201x) noch nur schwer akzeptiert, bzw. ist gar nicht vorhanden.
--> Das Gute daran: Fachleute / Experten erklären einem ganz sachlich die Zusammenhänge, ohne überheblich zu sein.
- Ostdeutsche Frauen sind auch mit Kindern noch am Beruf interessiert. Oft müssen sie auch aus wirtschaftlichen Gründen in den Beruf zurückkehren.
- Ein Beobachter hat (etwas abfällig) bemerkt: Ich komme mir hier vor wie Ethnologe, der einen unbekannten Stamm erforscht.
- Nehmen im Gespräch weniger eine Herausforderung an als Westdeutsche. Der Wettbewerbsgedanke ist weniger ausgeprägt.

Typisch Tschechisch:
- gastfreundlich
- tolerant

- man spricht von der typischen tschechischen Leichtigkeit
- mögen einfache gut Küche

Typisch Holländisch:
- liberal
- tolerant

- faktenorientiert
- debatiert gerne lange, weil er stets einen Konsens herbeiführen möchte

Typisch Irisch
- Härte
- Duldsamkeit
- mögen das Kurzlebige, das Jetzt und Hier;
(zeitlose alles überdauernde Kunst z.B. kommt selten aus Irland)

Typisch Griechisch:
- Bei Problemen erst mal etwas essen
- reden gern mit viel Pathos
- schimpfen gerne und laut
- genießen und feiern gerne
- sind laut (anders als Italiener - siehe dort)

Typisch Spanisch:
- Spanier sind sehr vornehme Menschen
- Haben nicht so die Würze wie die Italiener, sind weniger temperamentvoll (auch die Küche, finde ich)
- zeigen eine unbeschwerte Lebensweise im Alltag
- sind menschlich im Miteinander
- auf Arbeit gern kommunikativ, tauschen Informationen am liebsten mündlich aus
- arbeiten gerne mehrere Sachen auf einmal ab (polychron)
- akzeptieren 'job-hopping'
- planen lieber kurzfristig als langfristig
- vermeiden nach Möglichkeit Stress
- die Manieren der Spanier sind geschliffener als die der Engländer - doch wenn es nötig war, wussten sie ihre Meinung durchaus deutlich zu machen.
- Drei Heilige hat Spanien: die heilige Empörung, die unterkühlte, heilige Jungfrau und die heilige Zimperliese.
- Haben eine natürliche Verachtung gegenüber Vorschriften
- Es ist erstrebenswert, einfach eine gute Zeit zu haben.

Typisch Kurdisch:
- Sie wurden jahrelang unterdrückt und werden es immer noch , mögen deswegen keinen Druck (ähnlich wie in Polen).
- weniger weltoffener als Türken

Typisch Mediterran:
- temperamentvoll
- heißblütig
- flirtet gern, das englische Wort 'flirtatious' ist besser
- chauvinistisch (Frauen gegenüber)
- bunt
- laut
- man darf ja nichts gegen die Mutter sagen
- witzig
- munter

Typisch Russisch:
- reden frei heraus, ohne groß aufgefordert zu werden (findet man in Deutschland maximal im Ruhrgebiet)
- Mütterchen Russland ist ein rauhes Mütterchen, aber es hat Herz
- typisch russische Seele: erdig, schwermütig, melancholisch - Moll statt Dur
- aus 'So weit die Füße tragen': Die Wärter ... waren Kinder mit kindlichem Hang zu Grausamkeit und begeisterungsfähiger Hilfsbereitschaft.'

Typisch Kanadisch:
- typisch kanadische Logik: tu nichts, was irgendjemandem wehtun könnte

Typisch Italienisch:
- s.a. typisch mediterran
- klug
- politisch
- Im Berufsleben haben gute Beziehungen einen hohen Stellenwert.
- Machen viel small-talk bevor es zur Sache geht (beruflich).
- Machen gerne viele Worte (beruflich und privat).
- Sind gerne laut - wie die Griechen z.B. - aber es ist mehr Melodie drin.
- Sind wie ihre Autos: sympatisch aber nicht immer zuverlässig.
- Glauben an die Kunst und den Genuss, weil sie geschichtlich gesehen als Volk oft enttäuscht worden sind.
- Die eigene individuelle Sinneserfahrung ist unkorrumpierbar, die höchste Kunst ebenso, deswegen kann man nur ihr trauen..
- Sie tolerieren eher schlechte Politiker und Anführer als schlechte Opernsänger, Künstler oder Köche.

Typisch Österreicherisch:
- benutzt gerne Titel (der Herr Generalkonsul, die Frau Salzdirektorin, u.a.)
- Verteilt gerne Handküsschen an die Damen.
- geht gerne Kompromisse ein
- Wenn er einem nicht zustimmt, drückt der Österreicher es nicht direkt aus, sondern bringt eine schwammige Formulierung.

Typisch Chinesisch:
- Ist eine alte Kultur, die Chinesen wissen, was gut ist.
- Freundschaften sind oft oberflächlich
- die Architektur und Inneneinrichtung ist gerne prunkvoll bis kitschig
- das gemeinsames Essen ist der wichtigste soziale Anlass
- abergläubisch
- pünktlich
- Asiaten machen ziemlich viel mit den Augen (Mimik, Charme, Ausdruck von Emotionen usw.), im Gegensatz zu den westlichen Nationen, dassist die Mundpartie auch von Bedeutung

Typisch Japanisch:
- pragmatisch und perfektionistisch
- haben eine andere Art von Ratio und Effizienz als Europäer
- bei Verhandlungen: möchten sie alle Szenarien durchdenken
- loten gerne alle Möglichkeiten aus, was zu endlosen Verandlungen führen kann --> nicht überbewerten!
- kurzfristige (effiziente) Entscheidungen
, wie sie in Europa üblich sind, erscheinen ihnen nicht geheuer
- denken gerne langfristig
- sind sehr innovativ, dassdie Insellage und mangelnde Rohstoffe das Volk stets zu Fortschritt zwingt

Typisch Indisch:
- Die Inder lieben Sonnenscheingeschichten (Bollywood)
- Sie schreiben gerne blumige Briefe, die Sprache darin ist oft zuckersüß.

Sonstiges:
Völker, die sich selbst Gesetze geben und sich daran halten: Franzosen, Engländer, Italiener und Deutsche.
Völker, die Gesetzen gehorchen, welche andere geben: Russen und Spanier
Völker, die ihnen nicht gehorchen: Polen und Türken

Lebhaftigkeit und Witz bei Franzosen und Persern
Ernsthaftigkeit bei Spaniern und Türken

Wie würde eine typische Arbeitssitzung bei verschiedenen Nationen aussehen:
- Deutschland: Formelle Einleitung, Hinsetzen, Beginn (nach ca. 3min)
- USA: Informelle Einleitung, Tasse Kaffee (entkoffeiniert), Herumwitzeln, Beginn (nach ca. 3min)
- Großbrittaninen: Formelle Einführung, 10 min. small talk (übers Wetter, Behagen, Sport), zwangloser Beginn (nach ca. 10 min.)
- Frankreich: Formelle Einleitung, 15 min small talk (über Politik, Skandale usw.), Beginn (nach ca. 15 min)
- Japan: Formelle Einleitung, Sitzordnung nach Protokoll, Grüner Tee, 15-20 min small talk (harmonische Nettigkeiten), plötzliches Signal vom obersten Vorgesetzten, Beginn (nach ca. 20 min)
- Spanien: 20-30 min small talk (über Fußball, die Familie) währen die anderen Eintreffen. Beginn wenn alle da sind.

Auf Arbeit hört man oft folgendes Bonmot, wenn es darum geht, ein neues System / eine neue Methode oder generell eine Neuerung einzuführen:
- Die Engländer machen Witze drüber
- Die Franzosen setzen einen Streik auf
- Die Italiener reden sich darüber heiß
- Und die Deutschen führen es ein!

Ein kleiner Witz zum Thema:
Was ist der Unterschied zwischen einem Europäischen Himmel und einer Europäischen Hölle? Im Eurohimmel ist die Polizei britisch, die Köche sind französisch, die Bankiers sind Schweizer, die Ingenieure deutsch und die Liebhaber italienisch. In der Eurohölle ist die Polizei deutsch, die Köche britisch, die Bänker italienisch, die Ingenieure Franzosen und die Liebhaber schweizerisch!

Ein spanischer König hat mal gesagt:
In Italienisch singt man,
in Englisch dichtet man,
in Deutsch verhandelt man
in Französisch liebt man
und in Spanisch betet man!

Zum Thema was macht eine betrogene Ehefrau:
Eine Französin würde ihre Rivalin um die Ecke bringen;
Eine Italienerin würde Ihren untreuen Mann kaltmachen;
Die Engländerin würde einfach die Beziehung beenden;
Aber alle drei würden sich von einem anderen Mann trösten lassen. (nach Charles Boyer)


(Stand: 04/2017)

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